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La
Palma gehört zusammen mit El Hierro zu den erdgeschichtlich jüngsten
Inseln des kanarischen Archipels. Die Insel begann sich erst vor etwas mehr als 3
Millionen Jahren aus dem Meer zu erheben:
Phase 1
Zuerst begann tief unter der
Meeresoberfläche an dem "Hotspot" Magma
auszutreten. Das Grundgebirge, der sogenannte Basalkomplex entstand in
Form eines untermeerischen Vulkans, dessen Laven durch Ausdehnung der
Magmakammer in späteren Eruptionsphasen aufwärts transportiert
wurden und heute oberhalb der Meeresoberfläche im Barranco de las
Angustias ans Tageslicht treten. Charakteristisch für das im
Meereswasser schnell erstarrte Magma sind die runden Basaltblöcke der
Pillow-Laven, die man auch mit ungeübten Blick zu Beginn der
Wanderung im Bachbett des Barrancos studieren kann.
Phase 2
Vor etwa 2 Millionen Jahren verstärkte sich die
Vulkantätigkeit im nördlichen Teil der kleinen Insel wieder. Abwechselnd
wurden basaltische Laven und vulkanische Auswurfgesteine gefördert, die
in Schichten übereinander liegen. Dies ist typisch für die Struktur
eines Schichtvulkans (Stratovulkan Taburiente 1) wie sie z.B. auch der Pico de Teide
aufweist, der auf der Nachbarinsel Tenerife als höchster Berg
Spaniens eine Höhe von 3718 Metern erreicht.
Phase 3
In der folgenden Phase relativ geringer vulkanischer
Tätigkeit wurde der alte Stratovulkan Taburiente 1 von der
erodierenden Kraft des Wassers abgetragen und es entstanden
Schluchten. Die Existenz dieser wasserführenden Erosionsstrukturen
ist heute dafür verantwortlich, dass sich im Inneren der Caldera de
Taburiente eine Vielzahl von ergiebigen Quellen befinden.
Phase 4
Nach der Ruhephase 3 begann an der südlichen Flanke
die Vulkantätigkeit erneut stark aufzuleben. Es entstand ein neuer
Schichtvulkan (Taburiente 2), der in einer Mächtigkeit von mehr als
tausend Metern Laven und Auswurfgesteine (Pyroklastika) förderte. Die
Insel La Palma stieg aus dem Atlantik bis auf Höhen über 3000m
empor.
Phase 5 Das Zentrum der vulkanischen
Aktivitäten verlagerte sich weiter nach Süden in die Region der Cumbre
Nueva. Weitere Laven und Aschen wurden auf der Südflanke des mächtigen Taburiente-Vulkans angehäuft. Phase
6 Der Höhenzuwachs nahm abrupt ein Ende, als ein
kritischer Punkt erreicht war, an dem die Hänge des Vulkans zu steil
wurden. In einem gigantischen Bergsturz vor etwa 700.000 Jahren
rutschte ein Teil des angehäuften porösen Gesteinmaterials ins Meer.
Eine hufeisenförmige Senke entstand, das Valle
de Aridane. Phase 7 Im nördlichen
Teil der Senke bildete sich ein neuer Vulkanherd, der Schichtvulkan Pico
Bejenado entstand. Nachdem dessen Aktivität erloschen war, konnte
wieder die Erosion ihre Wirkung entfalten. Es entstand ein
Durchbruchstal, das heute die Calderasenke mit dem Meer verbindet, der
Barranco de las Angustias.
Phase 8
Die südliche Bergkette von La Palma entstand durch
weitere Verlagerung der vulkanischen Aktivitäten nach Süden hin, ein
Prozess, der bis heute anhält. An einer geradlinig von Nord nach Süd
verlaufenden Achse reihen sich entlang der "Ruta de los Volcanes"
Vulkankrater aneinander, an derem südlichen Ende im Jahre 1971
folgerichtig auch der letzte historische Vulkanausbruch stattfand, die
Eruption des Teneguías, der in einer
23 Tage andauernden Phase mit Laven und Aschen den Süden La Palmas neu
gestaltete.
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