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La
Palma ist wohl die Insel mit der höchsten Reliefenergie - damit ist das Verhältnis von Grundfläche und Höhe
gemeint. Auf der Fläche von 726 km2 türmt sich ein mächtiges
Vulkangebirge auf, das mit dem Roque de los Muchachos (2426 m über dem
Meeresspiegel) seine höchste Erhebung findet. Von der Küste steigt
überall das Relief steil an, ebene Flächen sind klein und selten. Wenn man
schon eine größere Ebene erkennen will, dann in der Gegend von Los
Llanos, wo in geologischer Zeit einst ein mächtiger Bergsturz
das die Geländeformen etwas ausglich (siehe geologische Entstehung La
Palma). Aber auch im "Valle" steigt das Gelände von der
Küste bis auf etwa 900 m bei El Paso kontinuierlich an, so dass man von
einer Ebene eigentlich nicht sprechen kann. Auf La Palma führen die Wege
entweder bergauf oder bergab, die Insel ist ein vom Meer umgebenes
Hochgebirge.
Der
zentrale Landschaftsteil von La Palma wird von der Caldera
de Taburiente eingenommen, einem mächtigen Talkessel mit einem
Durchmesser von 9 km und einer Tiefe von bis zu 1.500 Metern, der lange Zeit
unter Geologen als der Prototyp für einen Einsturzkrater galt, der durch
den Einbruch einer nicht vollkommen gefüllten Magmakammer entstanden ist
(Begriff: Caldera). Heute wissen wir, dass nach dem Einsturz der Magmakammer
des Taburiente-Vulkans anschließend die Erosion für die Schaffung dieses mächtigen Kessels mit
verantwortlich war. Während die Caldera in südwestlicher Richtung durch
den Barranco de las Angustias (Schlucht der Todesängste) entwässert
wird, türmt sich im Norden und Osten die halbkreisförmigen Bergkette der Cumbre
de los Andenes auf, die mit schroffen, unzugänglichen Felswänden den
Talkessel begrenzt.
Die Bergkette wird aus den Laven gebildet, die vom großen
Zentralvulkans La Palmas übrig geblieben sind, der damals eine Höhe von
mehr als 3000 m erreichte. Trotz der Bildung der mächtigen Caldera finden wir
an ihrem Rand in
bogenförmiger Anordnung die höchsten Erhebungen der Insel, den Roque
de los Muchachos (2426 m) mit seinen Observatorien, den Pico
de la Cruz (2351 m), den Roque Palmero (2310 m) und den Pico
de la Nieve (2239 m).
Die nach Norden steil zur Küste hin abfallenden Hänge der
Bergkette werden von vielen tiefen Schluchten (Barrancos) zerteilt, die den
Norden La Palmas zu einem peripheren Raum machen, der lange Zeit nur über
Pisten erreichbar war. Erst im Jahr
1990 wurde eine asphaltierte Straße zwischen Barlovento und St. Domingo
de Garafía fertiggestellt, die nun einen vernünftigen
Anschluss der Weiler Franceses und Gallegos an das
Straßennetz herstellte. Über diese Straße, die kurz nach ihrer Eröffnung
durch einen Bergrutsch im Barranco Gallegos vorübergehend wieder
unpassierbar und erst nach einem Bau eines Tunnels an der Gefahrenstelle
wiedereröffnet wurde, ist nun eine Rundfahrt an der Küste La Palmas
komplett zu bewerkstelligen.
Das Landschaftsbild der südlichen Inselhälfte wird durch
die mächtige Bergkette Cumbre Vieja geprägt. An einer von Nord nach
Süd gerichteten Achse reiht sich hier Vulkan an Vulkan mit einer
Mächtigkeit von bis zu 1950 Meter über dem Meeresspiegel. Auf dem Grat der
Cumbre führt ein schmaler Pfad entlang, die Ruta de los Volcanes ,
auf dem alle Vulkankrater in einer spektakulären Tageswanderung besucht
werden können. In Richtung Süden nimmt die Höhe der Vulkankette zunehmend
ab, die ganz am Südzipfel in der Gemarkung von Fuencaliente mit den jungen
Vulkanen San Antonio und Teneguía ihren
Abschluss findet.
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